Großes Staunen bei der FUMO Learning-Journey
- LEADER FUMO
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Von digitalen Zukunftsszenarien bis zur Saalach: Die FUMO Learning Journey brachte frische Ideen zu KLIMAWANDELANPASSUNG & NATURGEFAHREN ins Mondseeland
Wie können Gemeinden mit zunehmenden Naturgefahren umgehen? Wie lassen sich Hochwasser, Trockenheit oder Steinschlag künftig besser mitdenken? Und welche kreativen Lösungen entstehen bereits heute andernorts? Genau diesen Fragen widmete sich die FUMO Learning Journey im Mai 2026 zum Thema Klimawandelanpassung und Naturgefahren. Die Exkursion führte die rund 10 Teilnehmer:innen zunächst nach Salzburg und später weiter ins Saalachtal – mit vielen spannenden Einblicken, innovativen Ansätzen und inspirierenden Begegnungen.
Digitale Zukunft zum Anfassen
Die erste Station führte ins iDEAS:lab der Universität Salzburg, wo Dr. Hermann Klug & sein Wissenschafts-Team – vielen von den Teilnehmer:innen bereits durch das LEADER-Projekt „Pumptrack Koppl“ bekannt – eindrucksvoll zeigte, wie digitale Technologien künftig Gemeinden unterstützen können.
Dort wurde schnell klar: Karten sind heute weit mehr als bunte Darstellungen von Straßen und Grundstücken. Mit Hilfe von Geoinformatik, künstlicher Intelligenz und modernen GIS-Anwendungen können komplexe Entwicklungen sichtbar gemacht werden – von zukünftigen Mobilitätsströmen über Raumplanung bis hin zu Auswirkungen des Klimawandels.
Besonders spannend war das EU-Projekt „Sponge City“, das Gemeinden dabei unterstützt, Risiken durch Starkregen, Trockenheit oder Überflutungen besser zu verstehen. Ziel dabei: Wasser nicht möglichst schnell abzuleiten, sondern dort zu halten, wo es gebraucht wird – etwa durch Grünflächen, Versickerungsbereiche oder natürliche Wasserspeicherung.
Die interaktiven Anwendungen und Zukunftsszenarien luden zum Ausprobieren ein – und vermutlich hätten viele von uns noch stundenlang weiterdiskutiert und getestet. Doch nach einer viel zu kurzen Zeit ging es in Fahrgemeinschaften weiter Richtung Unken.
Mehr Raum für den Fluss – und für Menschen
In Unken wartete bereits Bürgermeister Florian Juritsch, der zunächst beim gemeinsamen Mittagessen im Fort Kniepass spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Gemeinde gab – inklusive Geschichten über die Entstehung des Forts, seiner mittlerweile bekannten Rutsche und des Gastronomiekonzepts.
Anschließend führte er die Gruppe direkt zur Flusserweiterung der Saalach – einem Projekt, das eindrucksvoll zeigt, dass Hochwasserschutz heute anders gedacht werden kann. Statt hoher Betonmauern oder massiver Eingriffe wurde der Saalach mehr Platz gegeben. Flache Uferbereiche, Schotterflächen und zusätzliche Nebenarme schaffen nicht nur Sicherheit bei Hochwasser, sondern auch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Besonders beeindruckend: Die Fläche dient heute nicht nur dem Schutz vor Naturgefahren, sondern wurde gleichzeitig zu einem attraktiven Aufenthalts- und Begegnungsraum. Wo früher rein funktional gedacht wurde, entstehen heute Orte zum Baden, Spielen und Verweilen. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Ökologie, Sicherheit und Lebensqualität zusammenfinden können.
Klimawandel sichtbar machen
Weiter ging es nach Weißbach bei Lofer, wo Sandra Uschnig, Geschäftsführerin des Naturparks Weißbach, den Teilnehmer:innen den Naturpark und das aktuelle LEADER-Projekt „Klimapfad“ vorstellte. Der Klimapfad zeigt auf kreative Weise, wie Digitalisierung und Naturvermittlung zusammenwirken können. Über eine eigens entwickelte App werden Besucher:innen entlang des Weges begleitet und erhalten Einblicke in regionale Auswirkungen des Klimawandels – etwa auf Almen, Landschaften und Lebensräume. Hier wird deutlich: Klimawandel bleibt keine abstrakte Größe, sondern wird direkt vor Ort sichtbar und greifbar.
Wenn Anpassung bedeutet, neue Wege zu gehen
Auch Bürgermeister Josef Hohenwarter erläuterte ein spannendes Praxisbeispiel: den Umgang mit zunehmenden Steinschlag- und Felssturzrisiken entlang des Tauernradwegs zwischen Weißbach und Saalfelden. Die Herausforderung: Der bestehende Weg verläuft unter einer steilen Felswand, wo sich die Gefährdung in den vergangenen Jahren verstärkt hat. Bemerkenswert dabei ist der gewählte Lösungsansatz: Statt um jeden Preis auf massive technische Verbauungen zu setzen, wird langfristig an alternativen Routen gearbeitet. Ein Beispiel dafür, dass Klimawandelanpassung nicht immer bedeutet, Natur vollständig kontrollieren zu wollen – sondern manchmal darin besteht, Infrastruktur flexibel an neue Rahmenbedingungen anzupassen.
Leihen statt kaufen
Zum Abschluss stellte Astrid Hohenwarter, LEADER-Geschäftsführerin, noch ein weiteres inspirierendes Projekt vor: die „Bibliothek der Dinge“ in Weißbach bei Lofer. Neben Büchern können dort mittlerweile auch Gegenstände ausgeliehen werden, die oft nur selten benötigt werden – von Nähmaschinen und Bohrmaschinen über Hochdruckreiniger bis hin zu Spielen oder Party-Bedarf. Ein einfaches Konzept mit großer Wirkung: Ressourcen sparen, Kosten reduzieren und gleichzeitig Gemeinschaft stärken.
Am Ende der Learning Journey waren sich alle einig: Der Tag bot weit mehr als interessante Vorträge. Er zeigte, wie vielfältig Klimawandelanpassung aussehen kann. Mit vielen neuen Ideen, spannenden Impulsen und frischer Motivation im Gepäck ging es schließlich zurück ins Mondseeland. Ein großes Dankeschön gilt allen, die ihre Erfahrungen, Projekte und ihr Wissen mit uns geteilt haben.